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Archäologie: Landwehr gefunden

Archäologie: Landwehr gefunden

Bei den Bauarbeiten für das Regenrückhaltebecken des neuen Baugebietes am Kaiserforst haben Bauarbeiter einen alten Grabenlauf freigelegt. Landesarchäologe Thomas Pogarell, der gerade die Baustelle inspizierte, konnte den Grabenverlauf der alten Wiedenbrücker Landwehr zuordnen.
„Manchmal muss man einfach Glück haben,“ freute sich Klaus Landwehr von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt. „Wir wußten, dass die Landwehr in dieser Gegend sein musste, jetzt haben wir den genauen Verlauf. Der neue Straßenname >An der Landwehr< ist also geografisch richtig gewählt.“ Der Graben verlief auf einer Länge von etwa 45 Metern auf der westlichen Seite des Eusternbaches. Profilschnitte auf dieser Strecke zeigen eine dunkle Verfärbung des hellen Sandbodens in Form eines kleinen Grabens. Dieser verlief mit etwa fünf Metern Abstand zum heutigen Bachufer. In südlicher Richtung lief der Graben schließlich in den Eusternbach. Vor dessen Verlegung wird der parallele Verlauf wohl noch länger gewesen sein. Nach der Aufnahme durch den Archäologen wurde der Graben der Landwehr gänzlich beseitigt.

Hintergrund: Landwehr

Im Mittelalter waren viele Städte von Landwehren umgeben. Ein Graben mit einem dahinter aufgeschütteten Wall bildete die Grundlage, die durch eine dichte Hecke aus Dornen- und Heckengewächsen ergänzt wurde. Landwehren dienten der Zugangskontrolle zum Stadtgebiet, waren aber nur bedingt Verteidigungsanlagen. Ihr Wert lag vor allem darin das zugehörige Umland einer Stadt zu markieren und eine Einfriedigung der Felder sicher zu stellen.

 

Bild: Noch ist das Grabenprofil erkennbar. Nach der archäologischen Erfassung wurde der mittelalterliche Graben abgebaggert. (Foto: Klaus Landwehr, UDB)