Sprungmarken
Dynamische Navigation ausblenden
Dynamische Navigation einblenden
Suche
OpenAirKonzert
Sie befinden sich hier:
Startseite
Freizeit & Kultur
Aktuelles
Meldungen
Dönekes und schöne Giebel

Dönekes und schöne Giebel

Jeder Tag ist bekanntlich ein besonderer Tag. Der 21. Februar gilt als Welttag des Fremdenführers. Unsere Fremdenführer heißen "Stadtführer" und haben eine Menge zu erzählen.

Dönekes und schöne Giebel - mit den Stadtführern auf Patt

Zwei echte westfälische Typen sind die beiden Stadtführer der Flora Westfalica, Christoph Beilmann und Wilhelm Baumhus. Sie sind zwar unterschiedlich in ihrer Art, doch haben sie eines gemeinsam: Sie lieben und schätzen die Stadt, in der sie wohnen, und das geben sie mit Leidenschaft an die zahlreichen Gäste weiter. Zum Welttag des Fremdenführers am 21. Februar plaudern die beiden Stadtführer aus dem sprichwörtlichen „Nähkästchen“.

Beilmann begeistert die Besucher gern mit Dönekes. „Zu viele Fakten sind langweilig“, erzählt er schmunzelnd. „„Zahlen vergessen die Menschen, Sprüche oder kleine nette Geschichten bleiben hingegen haften.“ Seit 35 Jahren führt er Besucher von nah und fern durch die Wiedenbrücker Altstadt, erklärt ihnen die Schnitzereien und die Besonderheiten der Häuser. Mal in mittelalterlicher Uniform mit Fackeln, mal in Zivil, mal mit dem Rheda-Wiedenbrücker Schlürschluck bei der Kneipentour.

Sein Amtskollege Wilhelm Baumhus ist erst seit gut zwei Jahren dabei. Er ist Stadtführer geworden, als er mit 60 Jahren aus der Feuerwehr in die Ehrenabteilung wechselte. Er belegte den Stadtführerkurs, und schon 14 Tage später führte er die erste Gruppe. „Für mich sind es die Begegnungen mit den Menschen, die mir unglaublich viel Spaß machen“, erzählt er. Einmal sei in einer Gruppe eine Dame gewesen, die gerne mal in einer Kirche singen wollte. Er zeigte ihr die Franziskanerkirche, und sie sang das „Ave Maria“. Allen Anwesenden stockte der Atem, so wunderschön habe diese Frau gesungen, die, wie sich am Ende herausstellte, früher als Opernsängerin tätig gewesen war. „Solche Erlebnisse vergisst man nicht“, meint er.

Christoph Beilmann liebt die vielen Ornamente an den über 250 denkmalgeschützten Häusern und macht gern auf kleine Finessen wie die spiegelverkehrten Buchstaben in den Inschriften aufmerksam. Früher seien die Arbeiter am Bau überwiegend Analphabeten gewesen und hätten die vom Architekten vorgegebenen Wörter abgemalt und dabei schon mal einen Buchstaben verdreht.

„Schön ist bei unserer Arbeit auch der Freiraum, den wir haben“, so Wilhelm Baumhus. Mal sei eine Truppe lustig und eher auf Kneipenentdeckung aus, dann müsse man spontan anders vorgehen als bei einer Gästeschar, die Zahlen, Daten und Fakten hören möchte. So werde es als Stadtführer nie langweilig.