Aktuelles in Rheda-Wiedenbrück

1.250 Freiwillige "putzen" die Stadt

Am traditionellen Stadtputztag nahmen bei bestem Wetter 1250 Personen teil, knapp 100 mehr als im Vorjahr. Mehr als 700 Schülerinnen und Schüler hatten schon in der Vorwoche angefangen, Straßen, Wege, Böschungen und Waldstücke rund um ihre Schulen von Müll zu befreien. Alleine die Eichendorff-Postdammschule war mit 170 Kindern im Einsatz. Die Klasse 4b sammelte an der Bielefelder Straße mit ihrer Lehrerin Marion Bremke. Die Kinder hatten sich zuvor im Unterricht intensiv mit dem Thema Umweltschutz beschäftigt und waren sehr interessiert. Sie waren erstaunt, verwundert aber auch wütend, dass sie direkt in Schulnähe viel Müll aufsammelten, obgleich zwei Tage zuvor schon eine andere Klasse in dem Bereich unterwegs war. „Zigarettenkippen regen mich immer total auf“, meint Hana, weil sie überall herumliegen und sie schwierig aufzusammeln seien. Ben meint, dass man Müll am besten richtig entsorgen sollte, damit er recycelt werden kann und Kimberley fügte spontan hinzu: „Wer dafür ist, dass Müll in die Tonne gehört und nicht ins Gebüsch, Finger hoch“. Und das tat ihre Klasse auch einstimmig.

Zwischendurch redeten die Kinder mit ihrer Lehrerin über das Thema Müll. „Warum ist es denn so wichtig, dass Müll nicht einfach in die Natur geworfen wird?“, fragt Marion Bremke. Tom hatte sich intensiv damit beschäftigt und erklärte seinen Mitschülern, dass der Müll in Gewässer geraten oder vom weichen Erdboden aufgenommen werden kann und sich dann nicht einfach auflöst, sondern Mikroplastikteilchen abgelöst werden, die dann ins Grundwasser kommen. Am meisten haben die Kinder leere Alkoholflaschen gefunden, aber auch einen alten Einkaufswagen, bepackt mit Lumpen und Müll.

Am Samstag waren zahlreiche Vereine mit auffallend vielen Kindern und Jugendlichen aktiv. Der Sportfischereiverein Wiedenbrück war mit einer 16-köpfigen Gruppe dabei und reinigte den Bereich zwischen Emssee und Autobahnbrücke. Die jungen Angler wissen genau, wie störend es ist, wenn sie plötzlich einen alten Schuh oder einen Fahrradreifen an der Rute haben, statt einen dicken Fisch. Besonders eklig seien die vollen Hundekotbeutel, die manche Besitzer gerne mal kurz in die Ems werfen. „Wenn die an der Angel sind, ist das echt unangenehm“, weiß Jugendleiter Uwe Petermann aus Erfahrung. Als die Gruppe am Emssee mit ihren Warnwesten und voll beladenen Mülltüten vorbeiging, gab eine Passantin ihnen spontan eine Spende für ein Eis, weil sie es toll fand, dass die Kinder so aktiv dabei waren.

Samstagmittag kamen auf dem Recyclinghof in der Ringstraße viele der fleißigen Müllsammler zusammen, um gemeinsam den Abschluss einer guten Aktion zu erleben. Bei Currywurst, Pommes und Falafel aus der Küche der "Essbar" sowie kühlen Getränken wurde ausgiebig geplaudert und sich ausgetauscht. Dabei wurde deutlich, dass das Müllaufkommen leicht rückläufig ist und insbesondere große Dinge wie alte Möbel, Kühlschränke, Fernseher oder Autoreifen sehr viel weniger geworden sind. Die Jugendfeuerwehr war mit einer 30-köpfigen Gruppe unterwegs und hatte wieder jede Menge zu tun im Aurea-Gebiet und an der Rentruper Straße. Viel Müll fand auch die Gruppe aus dem Rathaus um Hans Fenkl, der den Stadtputztag nunmehr organisiert, am Kreisel Rietberger Straße an der Auffahrt Richtung Rheda. Im Nu waren dort acht Müllsäcke gut gefüllt. 

Fenkl war am Samstagmittag mehr als zufrieden. „So viele Menschen wie in diesem Jahr sind noch nie zum Recyclinghof gekommen um sich dort nach getaner Arbeit zu stärken“, freute er sich. Da kamen junge Familien, wie die Nachbarschaftsgruppe vom Kaiserforst, die mit ihren Kindern dort Mittagspause machen wollte. Sie hatte im Stadtholz aufgeräumt. Bei Currywurst und Pommes kamen letztendlich auch die kleinen Müllsammler auf ihre Kosten. Bürgermeister Theo Mettenborg mischte sich unter die Gäste und bedankte sich bei den Gruppen persönlich für den Einsatz zum Wohle der Allgemeinheit. Eine tolle Aktion, die einmal mehr zeigt, wie lebenswert die Stadt Rheda-Wiedenbrück dank vieler engagierter Menschen  ist. Unterstützt wurde der Stadtputztag von der Brauerei Hohenfelder mit Getränken, der Firma Daut mit Bratwurst und den Stadtwerken mit 500 Euro. Die GEG spendet Warnwesten. 

Fotos: 

  • Die Kinder der 4b der Eichendorffschule sammelten rund um ihr Schulgebäude. 
  • Ukrainische Flüchtlinge säuberten rund um den Doktorplatz
  • Abschluss im Recyclinghof