Schiedsamt
Schlichter Statt Richter

Schiedsämter können viel Geld und Zeit sparen


Die Schiedsfrauen Ute Kappelhoff und ihre Stellvertreterin Angelica Niestadtkötter helfen, mögliche Konflikte und Streitigkeiten von Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus Rheda-Wiedenbrück beizulegen

Jeden Montag zwischen 14 und 16 Uhr stehen sie Rat- und Hilfesuchenden im Rathaus Rheda in Raum 157 im Wechsel zur Verfügung.

Jährlich sind es neben zahlreichen „Tür- und Angelgesprächen" und Telefonauskünften etwa 25 bis 30 Schlichtungsfälle, die zu 75 Prozent zu einer gütlichen Vereinbarung zwischen den streitenden Parteien führen. Das kann den beteiligten Personen viel Geld und vermeidbaren Ärger ersparen und den überlasteten Gerichten unnötige Arbeit abnehmen. Zuerst die Schiedsleute aufzusuchen hilft oft einen Prozess zu vermeiden.

Schon seit dem Jahr 2000 gibt es das Gesetz zur außergerichtlichen Streitbeilegung. Danach muss in Privatklagesachen bei Delikten wie Hausfriedensbruch, Beleidigung, leichter und fahrlässiger Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung zunächst ein Schiedsamt aufgesucht werden, um sich dort im Idealfall mit seinem Gegner zu versöhnen. Wenn das nicht gelingt, wird der Fall an das Amtsgericht weitergegeben. Ähnliches gilt bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten bis zu einem Wert von 600 Euro und bei nachbarrechtlichen Auseinandersetzungen, wie zum Beispiel Lärmbeeinträchtigung, Differenzen wegen grundstücksüberschreitender Bäume und ähnlicher Konflikte. Daneben stehen die Schiedsämter auch für andere rechtliche Streitigkeiten zur Verfügung, wenn es nicht gerade um Arbeitsrecht oder Familienrecht geht.

Ein Schlichtungsantrag kann bei den Schiedsleuten in Rheda-Wiedenbrück von jeder Person gestellt werden, wenn die Beteiligten im Ort wohnen. Bei Antragstellung wird neben einer möglichen Einsicht in den Personalausweis ein Kostenvorschuss von 50 Euro fällig. Die Verfahrenskosten für beide Parteien belaufen sich allgemein auf je rund 20 Euro, wenn es zu einer erfolgreichen Vereinbarung kommt. Im Durchschnitt liegen zwischen der Antragstellung und der Schlichtung zwei bis vier Wochen.

Wer von den beiden Schiedsleuten an den jeweiligen Montagen im Rathaus zur Verfügung steht, kann den Bekanntmachungen der Tagespresse oder der untenstehenden Liste entnommen werden. Telefonisch (963 302) lassen sich auch während der Sprechzeiten Termine vereinbaren.

Unter dem Leitspruch „Sich vertragen ist besser als klagen" versuchen die beiden Schiedsleute in Rheda-Wiedenbrück zusammen mit den streitenden Parteien Konflikte und Auseinandersetzungen zu lösen oder einen Kompromiss zu finden. Immer den Frieden unter den Bürger*innen im Blickpunkt, werden Bürgernähe, Kostengünstigkeit und schnelles Handeln groß geschrieben.


Die nächsten Termine:

25.11. Frau Kappelhoff

02.12. Frau Niestadtkötter

16.12. Frau Kappelhoff

09.12. Frau Niestadtkötter

23.12. geschlossen

30.12. geschlossen

Ute Kappelhoff (Schiedsfrau), Angelica Niestadtkötter als neue stellv. Schiedsfrau, Uta Domke (stellv. Direktorin Amtsgericht Rheda-Wiedenbrück), Ina Bussemas aus der Abteilung Recht und Gemeindeverfassung, Bürgermeister Theo Mettenborg und der scheidende Schiedsmann Karl-Heinz Geurten (vorne) bei der feierlichen Verabschiedung Geurtens und der Ernennung Niestadtkötters.


Wachwechsel im Schiedsamt

Wenn zwei Parteien im Clinch liegen, ist es oft nicht leicht einen für beide Seiten zufriedenstellenden Kompromiss zu finden. Dieser Aufgabe nehmen sich die Schiedspersonen im Rathaus in Rheda an. Bevor ein Vorgang vor Gericht gebracht wird, versuchen die Schiedsmänner und -frauen eine optimale Lösung zu finden.

Für Rheda-Wiedenbrück hat diese wichtige Aufgabe Karl-Heinz Geurten erfüllt. Der gelernte Pädagoge war nicht nur von 1994 bis 2001 als Ratsmitglied aktiv, sondern engagierte sich auch 15 Jahre lang als Schiedsmann in der Doppelstadt. Unzählige Vorgänge hat Karl-Heinz Geurten in dieser Zeit betreut und bearbeitet. Vielfach konnte er die Konfliktparteien mit einem Vergleich besänftigen: Unzählige Nachbarn, Freunde oder Familienmitglieder hat er mit seiner besonnen Herangehensweise einander wieder näher gebracht.

Ganz nach dem Motto „Sich vertragen ist besser als klagen“ hat Karl-Heinz Geurten zahlreiche Probleme aus der Welt geschafft. Für seine hervorragende Arbeit hat der Rat der Stadt Rheda-Wiedenbrück ihn drei Perioden hintereinander als Schiedsmann gewählt. „Ich habe diese Zeit bewusst erlebt und mit Freude mein Amt ausgeübt“, resümiert Karl-Heinz Geurten.

Bürgermeister Theo Mettenborg dankte dem Schiedsmann für sein unermüdliches Engagement: „Für seinen unbezahlbaren Einsatz danke ich ihm im Namen der Stadt Rheda-Wiedenbrück sehr.“

Seine Nachfolgerin als Erste Schiedsperson der Doppelstadt ist Ute Kappelhoff, die bereits seit drei Jahren als stellvertretende Schiedsfrau im Einsatz ist. „Wir freuen uns, dass Ute Kappelhoff ihre sehr erfolgreiche Arbeit als Schiedsfrau bei uns fortsetzt und durch ihre Praxiserfahrung eine kontinuierlich hohe Qualität der Schiedsamtsarbeit sichergestellt ist“, sagt Bürgermeister Theo Mettenborg.

Als neue stellvertretende Schiedsfrau wurde im Juli Angelica Niestadtkötter vom Rat der Stadt gewählt. Bürgermeister Theo Mettenborg wünschte ihr viel Erfolg bei Ihrer neuen Aufgabe.

Vereidigt wurde Angelica Niestadtkötter von der stellvertretenden Direktorin am Amtsgericht Rheda-Wiedenbrück, Uta Domke.