Brachum Kunstpreis  2020
Der dritte Durchgang

Die Plakataktion im Rahmen des Brachum Kunstpreises wird am 25. Juni 2022 offiziell eröffnet.

Treffpunkt ist um 14 Uhr am Odzuck-Pavillon im Flora-Westfalica-Park. Herzlich willkommen!

Nico Joana Weber
DAS ENDLOSBAUPRINZIP
36-teilige Plakatserie


DAS ENDLOSBAUPRINZIP hat Nico Joana Weber ihr Kunstprojekt genannt. Hinter dem Titel verbirgt sich eine 36-teilige Plakatserie im öffentlichen Raum.

Nico Joana Weber bekam im Jahr 2020 den Brachum Kunstpreis verleihen. Der Brachum Kunstpreis ist ein Förderpreis für hochbegabte Nachwuchskünstler*innen, der von der Stadt Rheda-Wiedenbrück - mit Unterstützung der Regionalen Kulturstiftung - vergeben wird und verbunden ist, mit einer Arbeit im öffentlichen Raum. Nach Christian Odzuck (2014) und Frauke Dannert (2017) ist Nico Joana Weber die dritte Preisträgerin.

Nico Joana Weber zeigt bis zum 30. Juni 18 Arbeiten auf Großplakatwänden an viel frequentierten Standorten im Stadtgebiet von Rheda und Wiedenbrück. Weitere 18 Werke sind vom 25. Juni bis zum 20. Juli im Flora-Westfalica-Park zwischen Rosengarten und Emssee zu finden.

Nico Joana Weber hat in den vergangenen Monaten viel Zeit in den Archiven der Stadt sowie von Cor, Interlübke und Musterring verbracht. In ihrer Plakatserie verarbeitet sie dieses Material mit eigenen Fotografien zu digitalen Collagen. Die entstandenen Arbeiten zeigen Montagen von Architektur- und Stadtansichten, Möbel- und Innenraumgestaltungen aus den letzten 70 Jahren.

Nahezu nebenbei und fast zufällig entdecken die heimische Bevölkerung und auswärtige Gäste DAS ENDLOSBAUPRINZIP.

Eröffnet wird die Plakataktion am Samstag, 25. Juni, um 14 Uhr am Odzuck-Pavillon im Flora-Westfalica-Park. Interessierte Besucher*innen sind herzlich willkommen.

Wer sich gezielt auf die Spuren der Plakate begeben möchte, bekommt dazu eine kleine Hilfestellung.

Ein Flyer mit einer Übersicht der verschiedenen Standorte ist bei der Flora Westfalica und öffentlichen Gebäuden erhältlich oder kann hier heruntergeladen werden.

Die Standorte der Großplakate (21.-30.6.2022)

Stadtteil Rheda
Herzebrocker Straße (Nähe Baumarkt)
Herzebrocker Straße 24 (beide Richtungen)
Herzebrocker Straße/Bahndamm
Bahnhofsvorplatz
Wilhelmstraße 24
Wilhelmstraße 4
Gütersloher Straße 20
Gütersloher Straße 71

Stadtteil Wiedenbrück
Bielefelder Straße/Teutonenweg
Bielefelder Straße 41
Ostring 11
Am Sandberg 70 (beide Richtungen)
Hauptstraße/Lümernweg (beide Richtungen)
Hellweg (Nähe Schulstraße)
Feldhüserweg 1

Die Standorte der Banner im Flora-Westfalica-Park (25.6.-20.7.2022)

Rosengarten (2)
Kirschwiese (2)
Schlossgarten (2)
Spielerei (1)
Seilzirkus (2)
Skatepark (2)
Altarm der Ems (3)
Hundewiese (1)
Emsaue (2)
Emssee (1)

DAS ENDLOSBAUPRINZIP
Eine Einordnung von Kay von Keitz

Wie kann die architektonische und ästhetische DNA einer Stadt und ihrer Räume beschrieben werden? Welche Vorstellungen und Sehnsüchte spiegeln sich in Geplantem und Gebautem, in privater und öffentlicher Gestaltung? Die Künstlerin Nico Joana Weber hat sich in ihren Filmen, Fotografien und Installationen bereits mit einer Vielzahl von Architekturen und deren Kontexten in Deutschland, Frankreich, Nord- und Südamerika und Afrika beschäftigt. In Rheda-Wiedenbrück durchforstete sie in den letzten Monaten akribisch die Archive der Stadt sowie der namhaften Möbelhersteller COR, Interlübke und Musterring, die in den 1960er Jahren die grundlegende Modernisierung des deutschen Wohnens mitprägten. Das von ihr recherchierte umfangreiche Quellenmaterial hat sie anschließend mit eigenen Fotografien zu digitalen Collagen verarbeitet, die nun einem großen Katalog psychedelisch anmutender Bildpoeme gleichen. Sie zeigen Montagen von Architektur- und Stadtansichten, Möbel- und Innenraumgestaltungen aus den letzten 70 Jahren. Auf diese Weise verdichtet Weber futuristische Projektionen und zeittypische Realitäten auf großformatigen Plakatwänden zu einem 36-teiligen Bildprogramm im öffentlichen Raum. Sie lässt dabei – wie auch in der realen Stadt – Abriss und Neubau, Denkmal und Modernität, Ornament und Minimalismus, Zeitgeist und Zeitlosigkeit aufeinandertreffen und ineinander verschmelzen.

„Das Endlosbauprinzip“ ist ein im Vorübergehen und Vorbeifahren erlebbares Ausstellungsprojekt, eine Gestaltungsstudie von und für Rheda-Wiedenbrück – und eine exemplarische Architektur- und Design-Analyse einer deutschen Stadt. Der von Weber gewählte Projekttitel ist ebenfalls ein Resultat ihrer Recherchearbeit: 1963 entwickelte Walter Müller für Interlübke den Urvater aller industriell produzierten Serienschränke in modularer Endlosbauweise, den “interlübke 61“. Der Begriff „Endlosbauprinzip“ begegnet einem in den damaligen Firmenkatalogen. Weber nutzt diese typisch deutsche Wortschöpfung zur Benennung ihres Kunstprojekts und verweist dabei zugleich auf den nicht endenden baulichen, sozialen und kulturellen Veränderungsprozess einer Stadt wie Rheda-Wiedenbrück.

Die Preisträgerin 2020 heißt Nico Joana Weber!

Der Brachum Kunstpreis hat eine neue Preisträgerin. Nach Christian Odzuck im Jahr 2014 und Frauke Dannert im Jahr 2017 erhält nun Nico Joana Weber aus Ludwigshafen am Rhein den Förderpreis für hochbegabte Nachwuchskünstler, der von der Stadt Rheda-Wiedenbrück mit Unterstützung der Regionalen Kulturstiftung vergeben wird.

Die fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Roland Nachtigäller (Künstlerischer Direktor des Marta Herford) entschied sich nach intensiver Beratung im Rhedaer Rathaus für die 37jährige Künstlerin. „Das Niveau war in diesem Jahr sehr hoch. Die Nominatoren unter ihnen Kasper König und Stefanie Rosenthal haben hervorragende Künstler vorgeschlagen“, so der Jury-Vorsitzende Roland Nachtigäller.

Für den Brachum Kunstpreis 2020, der mit 12.500 Euro für ein Projekt im öffentlichen Raum dotiert ist, waren 19 Künstler bzw. Künstlergruppen nominiert worden.

Preisträgerin Nico Joana Weber freut sich über die Entscheidung der Jury und über die damit verbundene Möglichkeit, in Rheda-Wiedenbrück zu arbeiten.

Die Künstlerin, gebürtig aus Bonn, studierte am Goldsmiths College in London und an der Kunsthochschule für Medien, Köln. Schwerpunktmäßig arbeitet sie mit Video, Installation und Fotografie. Für ihre Arbeiten erhielt sie verschiedene Stipendien u.a. in 2018 das NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen sowie zahlreiche Auszeichnungen wie den angesehenen Villa Romana Preis. Im vergangenen Jahr wurde ihr der Bonner Kunstpreis verliehen, in 2020 ist sie in diesem Rahmen im Kunstmuseum Bonn mit einer Einzelausstellung vertreten.

„Nico Joana Webers Ansatz, sich über Architektur einer Stadt zu nähern und auf urbane Strukturen aufmerksam zu machen, ist beeindruckend“, so Roland Nachtigäller. „Die Untersuchung der Künstlerin endet formal stimmig in einer Installation und findet mit dem bewegten Bild oder Foto wieder zusammen. Die Jury ist sehr gespannt, welche Anknüpfungspunkte die Künstlerin in Rheda-Wiedenbrück finden wird.“



Nico Joana Weber, Tropic Telecom (2020), Film Still © VG Bild-Kunst, Bonn 2020


Die Juroren

Roland Nachtigäller
Künstlerischer Direktor Marta Herfor, Jury-Vorsitz

Melanie Körkemeier
Kuratorin, Künstlerische Leiterin Bleichhäuschen

Prof. Gabi Schillig
Architektin, Künstlerin und Professorin an der UdK

Kay von Keitz
Autor, Kurator und Initiator der Architekturwoche "plan" in Köln

Christian Odzuck
Künstler, Preisträger 2014

Die Jury-Sitzung am 24. Juli 2020


Die Nominatoren

Wir danken den folgenden Kunst-Experten für die Nominierungen des Jahres 2020:

Sebastian Baden, Kurator Kunsthalle Mannheim
Regina Barunke, Direktorin GAK Bremen
Prof. Michael Beutler, Künstler, HfbK Hamburg
Eva Birkenstock, Kunstverein Düsseldorf
Georg Elben, Direktor Glaskasten Marl
Dr. Anna Fricke, Kuratorin Museum Folkwang Essen
Prof. Katharina Grosse, Kunstakademie Düsseldorf
Prof. Beate Gütschow, Künstlerin, KHM Köln / Berlin
Christian Hasucha, Künstler
Kaspar König, Kurator Berlin
Prof. Mischa Kuball, Kunsthochschule für Medien, Köln
Prof. Maik und Dirk Löbbert, Kunstakademie Münster
Profs. Heike Mutter | Ulrich Genth, HfbK Hamburg
Stefanie Rosenthal, Direktorin Gropius Bau
Prof. Gregor Schneider, Kunstakademie Düsseldorf
Marcel Schumacher, Direktor Kornelimünster Aachen
Ludwig Seyfarth, Freier Kunstkritiker, Autor und Kurator, Berlin
Bettina Steinbrügge, Direktorin Kunstverein Hamburg
Susanne Titz, Direktorin Museum Abteiberg

Die nominierten Künstlerinnen und Künstler

Julius Brauckmann
Lisa Dieckwisch
Haris Epaminonda
Alex Grein
Julia Gruner
Selma Gültoprak
Erika Hock
Verena Issel
Wilhelm Klotzek
Schirin Kretschmann
Katharina Monka
Henrike Naumann
Pelles Empire (Künstlergruppe): Barbara Wolff & Katharina Stöver
Moritz Riesenbeck
Laura Sacher
Cemile Sahin
Samuel Treindl
Nico Joana Weber
Jasmin Werner